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In der Regionalkonferenz „Demographie und Fachkräftebedarf“, die vom 29. bis 30. Oktober 2009 in Leuna stattfand, führte die Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH (QFC) Betriebspraktiker, Wissenschaftler, Verbandsvertreter und Verwaltungsmitarbeiter zusammen. Der Geschäftsführer des QFC, Helmut Krodel, eröffnete die Veranstaltung. Betriebe, die im Rahmen eines bundesweiten Projektes (deci) Demographiefeste Personalpolitik in der chemischen Industrie umsetzten, stellten ihre Projektergebnisse zur Diskussion. Mit dem Ziel Synergien herzustellen und voneinander zu lernen, tauschten die Teilnehmer der Konferenz ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus.

Das Verbundprojekt „Schichtarbeit zwischen Anforderungen von Arbeitswelt und Lebenswelt“ (SCHICHT) bekam im Rahmen dieser Veranstaltung die Möglichkeit, erste Themen und Fragestellungen zur Schichtarbeit im Spannungsfeld zwischen Flexibilität und Stabilität vorzustellen und zu diskutieren.

Die vorherrschenden Arbeitszeitsysteme in der chemischen Industrie sind sowohl teil- als auch vollkontinuierliche Schichtsysteme, welche nur bedingt dem natürlichen Biorhythmus des Menschen entsprechen. Zur Reduzierung dieser Belastungen für die in Wechselschicht Beschäftigten sind deshalb Ausgleichsmöglichkeiten von besonderer Bedeutung. Diese tragen zur Gesundheitsförderung, einer guten Arbeitsorganisation und Unternehmenskultur im Sinne einer demographiefesten Personalpolitik bei. Komplementär zur Problematik der Schichtarbeit führen altersstrukturelle, biographische und milieubedingte Faktoren zu tendenziell wachsenden Spannungen zwischen dem betrieblichen Interesse an Leistungs- und Zeitstabilität der Beschäftigten einerseits und dem Bedürfnis ausreichender Zeitflexibilität zur Übernahme von lebensweltlichen Verpflichtungen andererseits.

Prominente Gäste aus Politik und Wirtschaft diskutierten in einer Podiumsdiskussion zu der Frage „Demographischer Wandel – Fachkräftemangel – Arbeitslosigkeit – Was bedeutet das für eine nachhaltige und demographiefeste Personalpolitik?“. Beteiligt waren u.a. Egbert Biermann, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE, Hans-Günther Glass, Geschäftsführer Bildung, Wirtschaft und Arbeitsmarkt des Bundesarbeitgeberverband der chemischen Industrie, Andreas Hiltermann, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, Dr. Sigrun Mantei von der Initiative Neue Qualität der Arbeit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie Vertreter der lokalen Industrie und Politik.

Ein Thema, was alle beschäftigt, ist der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit bis zum Renteneintrittsalter. Bereits existierende praktische Erfahrungen von Unternehmen zur Work-Life-Balance der Beschäftigten wurden in Foren vorgestellt. Besondere Aufmerksamkeit fand das Servicebüro für Familien der InfraLeuna GmbH, welches die Mitarbeiter/-innen des Chemiestandortes Leuna nutzen können. In seinem Statement hatte der Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, Andreas Hiltermann, bereits neugierig gemacht. Die InfraLeuna GmbH ist zertifiziert nach dem Siegel „Beruf und Familie“, und finanziert gemeinsam mit anderen Unternehmen am Standort Leuna dieses Büro.

Elke Raue (InfraLeuna GmbH) und Joachim Nowak (Betriebsrat InfraLeuna GmbH) beschrieben ihr Servicebüro am Chemiestandort Leuna.

Personalleiterin Ingelore Kapust, Betriebsratsvorsitzender Joachim Nowak, sowie die Leiterin des Servicebüros, Elke Raue, beschrieben in den Workshops die Vorteile auch im Rahmen eines Besuches vor Ort anschaulich.

Bettina Wiener (zsh), Jana Csongár (QFC), Ingelore Kapust (Personalleiterin der InfraLeuna GmbH) und Claudia Flauaus (Betriebsrätin von Merck KGaA) diskutieren mit Gästen im Forum „Schichtarbeit und Work-Life-Balance“.

Schichtarbeit erfordert in hohem Maße eine Balance von Flexibilität und Stabilität, insbesondere unter dem Aspekt guter Arbeit. Neue Ansätze und Ideen für und mit der Praxis sind gefragt, welche im Rahmen des Projektes SCHICHT von Wissenschaftler/-innen des zsh, Promotoren des QFC, Akteuren der Stadtverwaltung Bitterfeld-Wolfen gemeinsam und in Zusammenarbeit mit der INFRALEUNA GmbH entwickelt werden. Die Partner des Projektes, erproben mit einer größeren Anzahl von Betrieben praxistaugliche Lösungen an den Chemiestandorten Bitterfeld-Wolfen und Leuna.